Mit einem Hautmarker, einem bedruckbaren Transferpapier oder einer Schablone lässt sich zu Hause in wenigen Minuten ein Motiv zeichnen. Die drei Methoden liefern jedoch unterschiedliche Ergebnisse: Der Hautmarker verblasst schon bei leichter Reibung schnell, das Papier bildet ein gedrucktes Motiv einige Tage lang originalgetreu ab, und die Schablone dient vor allem dazu, eine saubere Kontur nachzuzeichnen, die anschließend mit einem Hautmarker oder einer Hautpaste ausgefüllt wird. Mit solchen Tests lässt sich Größe und Platzierung eines Motivs beurteilen, bevor man zu einem fertigen Tattoo zum Aufbringen übergeht; sie ermöglichen es nicht, den Schmerz, die Heilung, das Allergierisiko oder das genaue Aussehen eines permanenten Tattoos vorherzusehen – diese hängen von der injizierten Tinte und der jeweiligen Haut ab.
Bevor wir die einzelnen Methoden genauer betrachten, hier die wichtigsten Punkte:
- Ein Test mit einem Hautmarker eignet sich, um die Platzierung eines Motivs schnell auszuprobieren, hält nach dem Waschen oder Reiben aber selten länger als einen Tag.
- Transferpapier bildet gedruckte oder darauf gezeichnete Motive ab und hält etwas länger als ein Hautmarker allein.
- Eine Schablone sorgt für saubere Konturen, doch das endgültige Ergebnis hängt immer davon ab, womit sie ausgefüllt wird.
- Verwenden solltest du ausschließlich Marker und Tinten, die ausdrücklich für den Kontakt mit der Haut vorgesehen sind, niemals einen Büro-Filzstift oder einen herkömmlichen Permanentmarker.
Was ein selbst gemachtes temporäres Tattoo tatsächlich zeigt
Allen drei Methoden ist dasselbe Prinzip gemein: Eine Zeichnung wird oberflächlich auf der Haut abgebildet, ohne darunter etwas zu verändern. Genau das macht sie nützlich, um eine Idee vor einer endgültigen Entscheidung auszuprobieren, und begrenzt zugleich, was sie zeigen können. Ein Test mit einem Hautmarker zeigt, wo ein Motiv auf dem Körper sitzt und welche Größe passt; er gibt weder Aufschluss über den Schmerz bei einer Sitzung beim Tätowierer noch über die Heilung, eine mögliche allergische Reaktion auf injizierte Tinte oder das genaue Aussehen, das dasselbe Motiv als tief gestochenes Tattoo hätte. Wenn du diese Einschränkung im Hinterkopf behältst, ziehst du aus einem einfachen Hauttest keine falschen Schlüsse.
Mit einem Hautmarker zeichnen: schnell, aber kurzlebig
Der Hautmarker ist die unkomplizierteste Methode: Du zeichnest freihändig auf die Haut und siehst das Ergebnis sofort. Damit eignet er sich gut, um schnell verschiedene Platzierungen auszuprobieren und zu vergleichen. Der Strich ist allerdings weniger gleichmäßig als bei einem gedruckten Motiv, insbesondere an einer schwer erreichbaren Stelle wie dem Rücken oder dem Schulterblatt. Durch Waschen und die Reibung an Kleidung verblasst die Zeichnung meist innerhalb weniger Stunden bis zu einem Tag. Wie lange sie hält, hängt davon ab, wie sie beansprucht wird; eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht, denn entscheidend sind die Körperstelle und die Häufigkeit des Waschens.
Welchen Hautmarker solltest du wählen?
Für diesen Zweck eignen sich ausschließlich Filzstifte und Marker, die für den direkten Kontakt mit der Haut entwickelt wurden. Büro-Filzstifte, herkömmliche Permanentmarker oder Stifte für Papier können Lösungsmittel oder Pigmente enthalten, die nicht dafür vorgesehen sind, mit der Oberhaut in Kontakt zu bleiben. Deshalb solltest du vor dem Zeichnen prüfen, wofür das Produkt laut Verpackung geeignet ist.
Temporäres Tattoo-Papier: So funktioniert es
Transferpapier funktioniert nach dem Abziehbildprinzip: Ein Motiv wird auf die dafür vorgesehene Seite gedruckt oder gezeichnet und anschließend möglichst knapp entlang der Zeichnung ausgeschnitten, damit rund um das Tattoo kein Papierrand sichtbar ist. Dann wird das Papier mit dem Motiv nach unten auf die Haut gelegt, etwa eine Minute lang gründlich angefeuchtet und langsam abgezogen, sodass nur die übertragene Tinte zurückbleibt. Dieses Abziehbildprinzip gibt es schon lange in Form kleiner Tattoos, die in Süßwarengeschäften verkauft werden, und wurde später als zu Hause bedruckbare Variante aufgegriffen (Quelle: Wikipedia – Tattoo).
Hautmarker oder Papier: Was ist der Unterschied im Ergebnis?
Beim Hautmarker hängt alles von der Handführung ab. Papier dagegen bildet gedruckte oder zuvor gezeichnete Motive originalgetreu ab und sorgt so bei detaillierten Motiven oder Schriftzügen für gleichmäßigere Linien. Dafür bleibt das Papier ein oberflächliches Abziehbild: Das Motiv muss vorher vorbereitet werden und lässt sich nach dem Aufbringen nicht mehr anpassen, wie es möglich ist, wenn du einen Strich mit dem Hautmarker nachziehst.
Die Schablone: sauberere Konturen
Eine Schablone gibt eine präzise Kontur vor, die auf die Haut übertragen werden soll. Sie strukturiert den Umriss, bringt selbst aber keine Farbe auf. Zum Ausfüllen brauchst du immer einen Hautmarker oder eine Paste derselben Art wie die für klassische temporäre Motive verwendete. Sie wird innerhalb der ausgeschnittenen Kontur oder entlang davon aufgetragen. Diese Methode eignet sich besonders für geometrische oder symmetrische Motive oder für Motive, die mehrmals an derselben Stelle wiederholt werden sollen – also überall dort, wo es freihändig schwieriger ist, gleichmäßig zu zeichnen.
Ergebnis und Haltbarkeit der drei Methoden im Vergleich
Am schnellsten lässt sich der Hautmarker ausprobieren, doch seine Haltbarkeit und die Gleichmäßigkeit des Strichs sind am stärksten begrenzt. Transferpapier bildet ein gedrucktes oder gezeichnetes Motiv originalgetreu ab und hält etwas länger, bleibt aber ein oberflächliches Abziehbild, das mit der Zeit und beim Waschen verschwindet. Eine Schablone sorgt für saubere Konturen, doch das endgültige Ergebnis hängt immer vom Hautmarker oder der Paste ab, mit der sie ausgefüllt wird. Damit gelten dieselben Einschränkungen bei der Haltbarkeit wie bei den beiden anderen Methoden. Zum Vergleich: Bei einem semipermanenten Tattoo von InkLabs ist die Tinte beim Auftragen zunächst blau und dunkelt innerhalb von 24 Stunden zu einem Blau-Schwarz nach. Der endgültige Farbton variiert je nach Haut (Quelle: Inklabs – So funktioniert es) – dabei dringt die Tinte in die Haut ein, und der Ablauf bis zum endgültigen Farbton unterscheidet sich deutlich von dem eines Hautmarkers oder Papiers, die auf der Oberfläche bleiben.
Vorsichtsmaßnahmen vor dem Test auf der Haut
Bevor du eine größere Hautfläche bedeckst, solltest du den Hautmarker, das Papier oder die Schablone an einer kleinen Stelle ausprobieren und abwarten, wie die Haut darauf reagiert. Wenn Rötungen, Juckreiz oder Unwohlsein auftreten, solltest du den Test am besten abbrechen und die Stelle mit Wasser reinigen. Ausschließlich Hautmarker, Tinten oder Pasten zu verwenden, die ausdrücklich für den Kontakt mit der Haut vorgesehen sind, verringert dieses Risiko, denn Produkte für Papier oder herkömmliches Zeichnen unterliegen nicht denselben Kontrollen. Außerdem solltest du warten, bis ein vorheriger Test vollständig verschwunden ist, bevor du an genau derselben Stelle einen weiteren machst. So kann sich die Haut zwischen den Anwendungen erholen.
Wann du zu einem fertigen Tattoo zum Aufbringen übergehen solltest
Wenn dir Größe und Platzierung nach dem Test zu Hause gefallen, sorgt ein fertiges temporäres Tattoo zum Aufbringen und die Anleitung dazu für ein fertiges Ergebnis, das nicht mehr davon abhängt, wie gleichmäßig du mit dem Hautmarker zeichnest. Wenn du lieber ein Motiv auswählst, statt es freihändig zu zeichnen, eignen sich einfache Designs wie Happy oder Liniște Interioară gut für diesen Schritt. In der Kollektion minimalistischer Motive kannst du weitere Designs vergleichen, bevor du dich entscheidest.


Wie sich die Farbe eines semipermanenten Tattoos nach dem Aufbringen verändert, erfährst du in einem eigenen Artikel, der diese Entwicklung erklärt. Ein weiterer Artikel beschreibt, wie lange diese Art von Tattoo hält – zum Vergleich mit der kurzen Haltbarkeit eines Tests mit Hautmarker oder Papier. Wer noch zwischen mehreren Designs schwankt, findet Orientierung in diesem Ratgeber zur Motivwahl. Wer lieber ein individuelles Motiv möchte, kann sich über die derzeit angebotenen Personalisierungsoptionen informieren. Und wer ein Erinnerungstattoo mit ähnlicher Stimmung, aber einer anderen Geschichte sucht, findet im Artikel über das Malabar-Tattoo eine weitere nostalgische Form des Transfers.


