„Glaube, Hoffnung und Liebe“ ist ein Ausdruck, den viele kennen, und Kreuz, Anker und Herz sind die drei Symbole, die für genau diese Dreiergruppe stehen: das Kreuz für den Glauben, der Anker für die Hoffnung und das Herz für die Liebe. In diesem Artikel geht es darum, woher der Ausdruck stammt, was jedes Symbol für sich bedeutet und wie man sie zu einem Design zusammenfügen kann – als zusammenhängende Figur oder als drei kleinere Tattoos in einer Reihe – sowie darum, welche Platzierungen sich für die verschiedenen Optionen eignen.
- Der Ausdruck „Glaube, Hoffnung und Liebe“ stammt aus dem Ersten Korintherbrief 13,13, wo die Liebe schließlich als die größte der drei hervorgehoben wird.
- Der Anker als Symbol der Hoffnung geht auf den Hebräerbrief 6,19 zurück, wo die Hoffnung mit einem Anker für die Seele verglichen wird. Später bekam der Anker unter Seeleuten eine eigene Bedeutung als Symbol für Stabilität und eine sichere Heimkehr.
- Die drei Symbole lassen sich zu einer einzigen zusammengesetzten Figur oder zu drei separaten, aufeinander abgestimmten Tattoos zusammenfügen. Die Wahl beeinflusst sowohl die Größe als auch die passende Platzierung.
Woher stammt „Glaube, Hoffnung und Liebe“?
Der Ausdruck stammt aus dem Ersten Korintherbrief 13,13. Dort heißt es, dass Glaube, Hoffnung und Liebe drei Dinge sind, die bestehen bleiben, die Liebe aber die größte von ihnen ist (Quelle: 1. Korinther 13,13, NIV). Deshalb werden Kreuz, Anker und Herz als zusammengehörige Dreiergruppe verstanden und nicht als drei Symbole, die zufällig nebeneinander stehen.
In der christlichen Tradition werden Glaube, Hoffnung und Liebe auch die theologischen Tugenden genannt. Dabei wird der Glaube als Vertrauen auf das beschrieben, was Gott offenbart hat, die Hoffnung als Sehnsucht nach dem Verheißenen und die Liebe als das Bestreben, Gott und den Nächsten an die erste Stelle zu setzen (Quelle: Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 7). Diese Einteilung in drei unterschiedliche Tugenden ist Teil des Hintergrunds dafür, dass jede Tugend ihr eigenes, festes Symbol erhielt, statt sich ein gemeinsames Bild zu teilen.
In diesem Artikel geht es um das Thema als Frage von Design und Bedeutung, nicht darum, Stellung zum Glauben einzelner Leserinnen und Leser zu beziehen. Viele wählen das Motiv wegen seiner historischen Bedeutung und weil die drei Symbole zusammen gut aussehen – unabhängig davon, ob sie selbst gläubig sind oder nicht.
Was bedeuten Kreuz, Anker und Herz jeweils?
Bevor man entscheidet, wie die drei Symbole kombiniert werden sollen, lohnt es sich zu verstehen, was jedes für sich beiträgt. Denn davon hängt sowohl ab, wie die Kombination gestaltet wird, als auch, mit welchem Symbol man am liebsten beginnt.
Das Kreuz: Glaube
In der Dreiergruppe ist das Kreuz das direkteste Symbol für den Glauben. Wenn die drei Symbole zu einem Design zusammengefügt werden, bildet es meist die zentrale Form, weil es die deutlichste vertikale Linie vorgibt, auf der sich aufbauen lässt.
Der Anker: Hoffnung
Der Anker steht für die Hoffnung. Seine Wurzeln liegen im Hebräerbrief 6,19, wo die Hoffnung mit „einem Anker für die Seele, fest und sicher“ verglichen wird (Quelle: Hebräer 6,19, NIV). Später übernahmen Seeleute dasselbe Bild und trugen den Anker als Symbol für Stabilität, Schutz und die Hoffnung auf eine sichere Heimkehr nach einer Reise (Quelle: Geschichte der maritimen Tattoos und Seemannstätowierungen). Die beiden Bedeutungsebenen – die biblische und die spätere Seemannstradition – bestehen nebeneinander, statt dass die eine die andere ersetzt.
Das Herz: Liebe
Das Herz steht in der Dreiergruppe für die Liebe. In der Seemannstradition wurde ein Herz, oft zusammen mit einem Banner oder einem Namen, als symbolische Verbindung zu den Menschen genutzt, die zu Hause warteten (Quelle: Klassische Seemannstätowierungen und ihre Symbolik). Das ist einer der Gründe, warum das Herz in diesem Zusammenhang eher als Symbol für Loyalität und Verbundenheit verstanden wird und nicht nur für romantische Liebe.
Wie kombiniert man die drei Symbole zu einem Design?
Es gibt kein dokumentiertes historisches Beispiel dafür, dass Seeleute Kreuz, Anker und Herz in einem einzigen Tattoo kombiniert hätten. Ein kombiniertes Design ist daher in erster Linie eine Entscheidung, die Tätowierer und Kundinnen und Kunden heute aufgrund der Bedeutung der einzelnen Symbole treffen, und keine traditionelle Vorlage, der sie folgen.
Ein gängiger Ansatz ist, die drei zu einer einzigen zusammengesetzten Figur zu verschmelzen. Dabei bildet das Kreuz den vertikalen Schaft des Ankers, und das Herz sitzt dort, wo sich die Arme treffen, oder am Fuß. So wird das Ganze als ein Bild gelesen und nicht als drei übereinandergestapelte Symbole.
Ein anderer Ansatz ist, drei kleine, aufeinander abgestimmte Tattoos als Reihe zu gestalten, zum Beispiel nebeneinander. So bleibt jedes Symbol klar und gut erkennbar, auch in kleinem Format, statt alle Details auf eine einzige Fläche zu zwängen.
Linienstärke und Größe spielen hier eine größere Rolle als bei einem Tattoo mit nur einem Symbol. Ein zusammengesetztes Design braucht meist eine etwas größere Fläche, damit alle drei Symbole gut erkennbar sind. Eine Reihe aus drei Teilen funktioniert dagegen auch in kleinem Format gut.
Mit einer temporären Variante lassen sich das zusammengesetzte Layout und die drei einzelnen Teile direkt auf der Haut vergleichen, und zwar in der Größe und an der Stelle, die man tatsächlich im Sinn hat, bevor man sich für die passende Lösung entscheidet. Dabei geht es um das Design und die Platzierung, nicht darum, wie ein permanentes Tattoo später verheilen oder mit der Zeit aussehen würde.
Wer eine ganz individuelle Version möchte, in der alle drei Symbole auf einzigartige Weise miteinander verwoben sind, kann sich am Leitfaden zu individuell gestalteten temporären Tattoos orientieren, um herauszufinden, welche Möglichkeiten es tatsächlich gibt.
Wer sich näher mit dem Anker als eigenständigem Motiv beschäftigen möchte, findet eine separate Übersicht im Artikel zur Bedeutung des Ankermotivs als Tattoo. Weitere Kreuzmotive und andere religiöse Symbole außerhalb dieser Dreiergruppe behandelt der Artikel zu temporären Tattoos mit Kreuzen und religiösen Symbolen.
Wo passt ein Tattoo mit Glaube, Hoffnung und Liebe am besten?
Die Wahl der Komposition bestimmt in der Praxis die Platzierung. Eine zusammengesetzte Figur mit allen drei Symbolen braucht mehr Platz in der Breite oder Länge, damit die einzelnen Teile klar erkennbar bleiben. Der Unterarm ist deshalb eine naheliegende Wahl für diese Variante.
Eine Reihe aus drei separaten, kleineren Symbolen passt besser an eine längliche Stelle, zum Beispiel ans Handgelenk, wo sie nebeneinander stehen können, oder an den Knöchel. Weitere Ideen zu genau diesen Platzierungen findest du im Artikel über Tattoos am Handgelenk und im Artikel über Tattoos am Knöchel.
Sichtbarkeit ist hier ein praktischer Faktor, denn die Symbole können für die Person, die sie trägt, eine persönliche und manchmal religiöse Bedeutung haben. Ein Tattoo am Handgelenk oder Knöchel lässt sich bei Bedarf leicht mit Kleidung verdecken, während ein Tattoo am Unterarm im Alltag stärker sichtbar ist.
Wenn die Herkunft aus dem Ersten Korintherbrief und dem Hebräerbrief geklärt ist und die Bedeutung jedes einzelnen Symbols feststeht, wird die Wahl zwischen einer zusammengesetzten Figur und einer Reihe aus drei Teilen in der Praxis zu einer Frage danach, wo man das Tattoo tragen und wie sichtbar man es haben möchte. Kreuz, Anker und Herz einzeln oder zusammen als temporäre Tattoos auszuprobieren, ist eine konkrete Möglichkeit, Layout und Platzierung in der Realität zu sehen, bevor man sich entscheidet.


